Fragen und Antworten zum Handbuch Deutsche Wirtschaft 2007 CD-ROM
Was ist der Zweck des Handbuchs?
Das Buch soll aufrütteln und zeigen, wie gefährlich die Globalisierung besonders für Deutschland ist. Es soll zuverlässig aufklären über die Aufkäufe deutscher Unternehmen durch Konzerne und durch internationale Investoren. Es soll aber auch dem Verbraucher das Wissen bieten, um sich gegen die Fehlentwicklungen zu wehren, von denen er unmittelbar betroffen ist. Ganz allgemein dient das Projekt der ökonomischen und wirtschaftspolitischen Alphabetisierung.
Weshalb sind die "Heuschrecken" in Ihrem Buch so wichtig?
Weil sie in der Realität so wichtig geworden sind. Über diese zumeist anonymen Finanzinvestoren muß aufgeklärt werden, weil sie die allgemeinen Globalisierungsfolgen verschärfen und einen Finanzkapitalismus vorantreiben, in dem nur noch die Kapitalinteressen bestimmen und die Menschen auf der Strecke bleiben.
Kann man das nicht im Internet auch nachlesen? Brauch ich dafür ein eigenes Buch und eine CD-ROM?
Genau das, was Sie vermutlich besonders interessiert, finden Sie im Internet kaum. Auf der Homepage von Firmen, die von Heuschrecken befallen sind, finden Sie selbstverständlich nichts über deren üble Machenschaften. Sie können dies am Beispiel der wichtigen Autozulieferer Honsel AG oder Beru AG überprüfen.
Woher haben Sie die vielen Angaben?
Die Basisinformationen haben wir aus Dokumenten der Gesellschaften wie Geschäftsberichte und Mitteilungen. Oft wurden gezielte Nachfragen erforderlich, die nicht immer offen beantwortet wurden. Dann waren quasi detektivische Investiga-tionen nötig. Selbstverständlich wurde die Wirtschaftspresse systematisch ausgewertet, wie Handelsblatt und Financial Times Deutschland. Auch die Wirtschaftsteile der großen Tageszeitungen wie Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und Die Welt lieferten wichtige Informationen, sowie Der Spiegel und Focus. Eine hilfreiche Fachzeitschrift für Fusionen und Firmenkäufe ist die monatlich erscheinende Finance. Das Finanzmagazin für Unternehmer. Für den Medienbereich wurde der wöchentliche Informationsdienst Medien Aktuell genutzt.
Hilft das Handbuch auch, wenn ich bestimmte Waren boykottieren will?
Genau das! Die CD-ROM zeigt Ihnen mit der Volltextsuche den Hersteller jeder Marke und die Firmen mit ihren Produkten. So erfahren Sie zum Beispiel, daß jetzt auch das Mineralwasser Apollinaris von Coca-Cola aufgekauft wurde. Weil bei jedem Unternehmen die Internet-Seite angegeben ist, kann weiter gesucht werden. Das Handbuch ist keine Anleitung zum Boykott. Der interessierte Leser kann es nach seinen Vorstellungen nutzen und erhält die erforderlichen Informationen, wenn er zum Beispiel US-amerikanische Produkte meiden oder aber auch, wenn er diese bevorzugen will. Ab Jahresbeginn 2007 finden Sie auf www.deutsche-wirtschaft.org ein Flugblatt, das zeigt, wie man gezielt die Einkaufsmacht des Ver-brauchers für ökologische und politische Ziele einsetzen kann. Der unaufgeklärte Verbraucher unterstützt fortwährend Unternehmen und politische Verhältnisse, die er eigentlich gar nicht fördern will.
Was erfährt man außerdem?
Zunächst findet der Leser die Anschriften mit den Kommunikationsdaten, die Firmenchefs, die Besitzer, den Umsatz und die Zahl der Mitarbeiter. Außerdem gibt es zahlreiche Firmenportraits mit den wichtigsten Daten zur Firmengeschichte. Auch politisch relevante Angaben, Besonderheiten und Merkwürdigkeiten sind aufgenommen. In den zahlreichen Anmerkungen findet sich auch die Literatur zu den Firmen und ihren Gründern.
Gibt es nicht schon solche Nachschlagewerke wie das "Wer gehört zum wem?" von der Commerzbank?
Dieses Verzeichnis, wie auch andere, erfassen nur jeweils einen kleinen Teil der Informationen, die im Handbuch zu finden sind. Das jährlich erscheinende Wem gehört die Republik? von Rüdiger Liedtke beispielsweise behandelt nur die 100 größten deutschen Konzerne. Die aufwendigen Firmenverzeichnisse von Hoppenstedt kosten ein Vielfaches. Wir hätten uns die schwere Arbeit nicht gemacht, wenn es ein vergleichbares Werk bereits geben würde.
Weshalb ist die Ausgabe 2007 nur auf CD-ROM erhältlich?
Die unzähligen Informationen des Handbuchs sind ohne Suchprogramm nicht zugänglich. Wir wissen, das viele Nutzer gerne die Druckausgabe im Regal stehen haben. Aber dafür ist die noch lieferbare Ausgabe 2005/2006 ausreichend. Wir empfehlen, die CD-ROM auf die Festplatte Ihres PC zu kopieren, damit Sie jederzeit zu der Datenfülle leichten Zugang haben.
Erfahre ich etwas über die Hintergrundmächte?
Wenn Sie bei der Volltextsuche beispielsweise als Suchbegriff Oppenheimer eingeben, werden Sie erfahren, daß zum größten Edelmetallkonzern der Welt u. a. auch die Neusiedler-Gruppe, der größte europäische Hersteller holzfreier Papiere für die Bürokommunikation, gehört. Übrigens, wenn Sie nur Oppenheim eingeben, erfahren Sie noch viel mehr "Hintergründiges". Aufschlußreiches lesen Sie auch bei den großen US-Banken oder schauen Sie doch mal bei Rothschild, Quandt oder Wallenberg nach und Sie werden feststellen, daß diese Namen für mehr stehen als für guten Rotwein, BMW oder Ericsson.
Weshalb ist das Handbuch nicht in einem großen Verlag erschienen?
Dann würde es ca. dreimal so teuer sein. Nur durch die direkte Veröffentlichung durch unsere Stiftung ist der günstige Preis von 29.80 Euro (bei 816 Seiten) bzw. 14.50 Euro für die CD-ROM 2007 (entsprechend ca. 850 Seiten) möglich. Dadurch wird eine weite Verbreitung begünstigt. Nicht zuletzt der hohe Anteil an ehrenamtlicher Arbeit macht den günstigen Preis möglich.
Wie kann ich mich an dem Projekt beteiligen?
Das haben viele Leser der beiden ersten Ausgaben des Handbuchs bereits getan. Auch Sie können dem Ziel dieses Projektes einen großen Dienst erweisen, wenn Sie über "kontakt@deutsche-wirtschaft.org" Hinweise geben. In der Lokalpresse sind oft wichtige Firmen-Informationen zu finden, die sonst nicht bekannt werden. Sie können auch zur Verbreitung dieser einzigartigen CD-ROM beitragen. Vielleicht eignet sich diese "geballte Ladung" als Geschenk, gerade für junge Menschen.
Veraltet ein solches Buch nicht schnell?
Fusionen und Übernahmen benötigen von den ersten Schritten bis zur Genehmigung durch die Kartellbehörden bis zu einem Jahr. Neue Vorstandschefs werden oft frühzeitig nominiert. Deshalb konnten anstehende Veränderungen bereits berücksichtigt werden. Unter www.deutsche-wirtschaft.org werden wichtige Änderungen der Besitzverhältnisse und andere Ereignisse laufend veröffentlicht. Dort ist auch der jeweils neueste Stand des Verzeichnisses "Die wichtigsten internationalen Finanzinvestoren" zu finden.
Welche Firmen wurden im Handbuch erfaßt?
Wichtigste Kriterien sind Größe und Bedeutung. Als grober Anhalt gilt: mindestens 500 Millionen Euro Umsatz und 1000 Beschäftigte für die Firmengruppe insgesamt. Aber auch zahlreiche kleinere Firmen wurden aufgenommen, wenn ihre Marken bekannt sind, wenn sie als Weltmarktführer gelten oder in den neuen Ländern tätig sind. Unter den rund 5000 Firmen befinden sich alle, die in folgenden Börsenindizes notiert werden: DAX, MDAX, TecDAX, SDAX, Stoxx 50, Euro Stoxx 50 und Dow Jones 30. Unser Handbuch ist für alle nützlich, die mit der Börse zu tun haben. Außerdem sind jene Unternehmen in einem eigenen Heuschrecken-Verzeichnis aufgeführt, die von diesen Finanzinvestoren erfaßt wurden.
Ich lebe umweltbewußt und versuche, mich "aus der Region" zu ernähren. Ist das Handbuch auch dafür eine Hilfe?
Durch die Nennung möglichst vieler Produktionsstandorte ist es dem Leser möglich, auf solche Waren zu achten, die in seiner Nähe hergestellt werden. Es wird dem Verbraucher geholfen, sich "aus der Region" zu ernähren. Firmen, die einer umweltgerechten und fairen Produktionsweise verpflichtet sind, wurden auch bei geringer Größe in das Firmenverzeichnis aufgenommen. Im allgemeinen wird erwähnt, wie groß der Anteil der ausländischen Fertigung ist und selbstverständlich dann, wenn ausschließlich in Deutschland produziert wird. Dabei wurden die Firmenangaben kritisch überprüft, wie bei Trigema, deren Chef Wolfgang Grupp propagiert, nur in Deutschland zu produzieren, tatsächlich aber in China zukauft.
Kann ich für mein Unternehmen in dem Buch eine Anzeige schalten?
Das ist nicht möglich. Das Buch ist Teil eines gemeinnützigen und wissenschaftlichen Projekts. Die Einträge werden ausschließlich nach den genannten objektiven Kriterien vorgenommen. Anzeigen könnten die Souveränität von "Unser Land - Wissenschaftliche Stiftung für Deutschland e.V." und des Autors in Zweifel ziehen. Spenden von Menschen, die damit keinen persönlichen Vorteil verbinden wollen, sind sehr willkommen. Es werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.
Ich möchte eine größere Zahl des Handbuchs bzw. der aktuellen CD-ROM für meine Studenten bestellen. Ist das zum Sonderpreis möglich?
Ja! Bitte setzen Sie sich mit der Geschäftsstelle von Unser Land e.V. in Verbindung:
82305 Starnberg, PF 1555, Tel. 08151/270704, Fax 08151/270705, info@unser-land.de
Weshalb ist es eigentlich so schlimm, wenn ein deutscher Konzern von ausländischen Kapitalisten aufgekauft wird? Es sind ja doch dieselben Kapitalisten, die über uns bestimmen.
Aus einer antinationalen marxistischen Position mag es keinen Unterschied geben. Marxisten unterscheiden sich in dieser Frage nicht von den Kapitalisten. Beide denken global und wollen die Nationalstaatlichkeit überwinden. Ausländische Eigentümer an der Wirtschaft eines Landes machen das betroffene Land tendenziell zu einer Kolonie, wobei heute die Kolonialmächte nicht mehr imperialistische Staaten sind sondern supranationale Finanzgruppen.
Das Handbuch geht von der ordnungspolitischen Prämisse aus, wonach das nationale Kapital weniger zerstörerisch ist, als das internationale Kapital, das sich an keine sozialstaatliche Norm hält, eine Sozialverpflichtung des Eigentums nicht kennt und die Reste an nationaler Selbstbestimmung unterminiert. Gegen die Herrschaft des Finanzkapitals gibt es nur eine wirkliche Gegenmacht: die nationalstaatliche Souveränität. Nur noch weltweite gesellschaftliche Bewegungen können gelegentlich helfen. Unternehmer mit gesellschaftlicher Verantwortung, die sich ihren Mitarbeitern verpflichtet fühlen und denen ihr Land nicht gleichgültig ist, gibt es nur auf der nationalen Ebene. Sie werden allerdings immer stärker von den Auswüchsen des "Finanzkapitalismus" bedrängt, dessen aggressivster Teil die sogenannten Heuschrecken sind. (Siehe dazu den Aufsatz von Alfred Mechtersheimer auf dieser CD-ROM.)