Wieder ein gutes Autojahr in den USA
General Motors und Ford verlieren Anteile am Markt

In den USA wurden 2004 16,9 Mio. Autos und leichte Nutzfahrzeuge abgesetzt, eine Viertelmillion mehr als 2003. Damit wurden die Anfang Jahr gehegten Erwartungen übertroffen. Der Markt profitierte von der guten Konjunktur und den tiefen Zinsen.

Cls. New York, 5. Januar

Die USA haben zum sechsten Mal in Folge ein gutes Autojahr zu verzeichnen. Insgesamt wurden 2004 16,9 Mio. Fahrzeuge verkauft, dies waren 1,4% mehr als im Vorjahr. Im Dezember allein wurde der Absatz durch noch grosszügigere Anreize in Form von Rabatten und günstigen Kreditangeboten, die sich vor Weihnachten selbst auf einige Luxusmarken erstreckten, um 7,7% auf 1,54 Mio. Einheiten oder ein Rekord-Jahresvolumen von 18,4 Mio. Einheiten gesteigert. Zum vierten Mal wurden erneut mehr leichte Nutzfahrzeuge-"SUV" (Sport Utility Vehicles), "Minivans" und (Pickup Trucks" - verkauft als Personenwagen; der Anteil stieg auf 55,6 (i. V. 54,3)%. Vor 20 Jahren hatten leichte Nutzfahrzeuge nur einen Fünftel des Gesamtmarktes ausgemacht. Allerdings ging der Trend im Berichtsjahr als Folge der rekordhohen Benzinpreise von den grossen "Gas Guzzlers" zu etwas sparsameren Fahrzeugen.

Autoabsatz in den USA Ausländer weiter im Vormarsch
Die "Big Three" aus Detroit bestritten zusammen nur noch 58,1% des Marktes, nach 62,4% im Jahr zuvor. Dabei konnte DaimlerChrysler (ohne Mercedes) drei Zehntelpunkte auf 14,6% zulegen, während General Motors (GM) auf 27,8 (30,9)% und Ford auf' 19,0 (20,3)% zurückfielen. Sowohl GM als auch Ford hatten schon im Vorjahr zurückstecken müssen. Zu den Verlierern zählten erneut Volkswagen und Audi, deren Verkaufszahlen um 14,2% bzw. 9,8% zurückgingen. Dagegen konnten Mercedes 1,4%, BMW 6,9% und Porsche 10,7% mehr verkaufen.

Unveränderte Importquote
Der Anteil europäischer Marken am US-Markt stieg um drei Zehntelpunkte auf 7,3%. Die Hauptgewinner waren erneut die Japaner, mit Ausnahme von Mitsubishi, deren Absatz um 37,1% einbrach. Schon 2003 hatte der einstige Partner von Chrysler einen Rückgang von 25% zu beklagen; im Dezember betrug das Minus knapp 40%. Toyota verkaufte 10,4% mehr Autos und übertraf erstmals die 2-Mio.-Marke. Honda legte 3,3% zu, und Nissan steigerte den Absatz um 24,1%. - Alle Japaner zusammen erhöhten ihren Marktanteil um vier Punkte auf 30,9%. Die Koreaner (Hyundai und Kia) hielten ihre Position bei 3,7%. Toyota, Honda und Nissan erhöhten ihre inländische Fertigung. Bei Toyota betrug der Importanteil des US-Absatzes nur noch 37,0 (40,0)%; bei Honda ging er auf 20,6 (23,3)% und bei Nissan auf 24,0 (34,4)% zurück. Der Importanteil insgesamt blieb mit 19,8 (19,7)% praktisch unverändert. Im Dezember allein schnitten die "Big Three" mit einem Marktanteil von 58,7% etwas besser ab. Während Ford und Chrysler 0,5% bzw. 10,5% mehr Fahrzeuge absetzten, büsste GM allerdings 3,2% ein. Der Marktanteil der Europäer ging am Jahresende auf 6,8% zurück, während jener der Koreaner auf 4,1% stieg.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 6. Januar 2005

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